Ich stehe auf, es ist früher Morgen. Ich muss zur Schule. Sie ist bei mir zuhause. Ich stehe gerade in meinem Zimmer und packe meine Sachen. Sie kommt herein. Wir reden ein wenig miteinander, kommen uns näher, küssen uns. Sie fragt, wo ich jetzt gerne wäre. Die Antwort: "Ganz weit weg ...". Im nächsten Moment ist sie verschwunden, ich frage mich, wieso sie schon vorgegangen ist. Erst in der Schule treffe ich sie wieder. Sie redet nicht mehr mit mir, ignoriert mich. Dann wache ich auf. Realität. Ich liege lange Zeit unentschlossen im Bett, kann mich nicht dazu entscheiden, in den Alltag einzutreten. Schließlich tue ich es doch. Guten Morgen Tristesse. Doch ich nehme mein Handy mit. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Frohe Weihnachten.
gockel - 24. Dez, 18:37
Es ist Dienstagmorgen, acht Minuten nach sechs. Ich sitze im Bus, inmitten einer Realität, in der ich mich wie in Zeitlupe bewege. Um mich herum herrscht noch Hochstimmung. Ich selbst begreife das Wunder unseres Gedächtnisses. Obwohl dieses Bild, das Etwas in mir zerbrach, auf Ewig eingebrannt sein müsste, und nur wenige Stunden seit dem vergangen sind, kommt es mir so entfernt vor wie ein Traum, an den man sich nur vage erinnern kann. Und doch fühle ich mich wieder schwerer, ich werde es nicht vergessen können. Danke an diejenigen, die mich gestern am Leben gehalten und in die gewohnte Tristesse zurückgeholt haben.
gockel - 23. Dez, 16:28
"Julie, stell den Fernseher leiser! Und sowieso, du musst zur Schule. Beeil dich, sonst verpasst du deinen Bus!"
"Ja, Mum."
"Na dann komm auch, ich will dir noch den Brief mitgeben."
Keine Antwort.
"Julie?"
Keine Antwort.
"Was soll das? Julieee!?"
Sie steht seufzend auf, schlurft über den Flur und tritt genervt durch die angelehnte Tür ins Wohnzimmer.
"...Julie?"
Julie steht vor dem Fernseher, so als wollte sie gerade gehen aber wäre noch von jemandem zurückgerufen worden, um noch schnell ein paar wichtige Worte zu wechseln. Sie steht völlig unbeweglich da, gebannt auf den Bildschirm starrend, ohne irgend einen verräterischen Gesichtsausdruck.
"Julie, was ist mit dir los verdammt nochmal?"
>>...als damals, in dem kleinen Städchen an der Ostküste dieser schreckliche Vorfall die ...<<
"Sie ... sie reden von Earl."
gockel - 11. Dez, 20:45
Als er aufwacht, fragt er wieso er wieder schwer sein muss. Niemand versteht, was er damit sagen will.
"[...]wieso er wieder schwer sein muss." ist die gelungenste Formulierung, die ich seit langem gesehen habe. Sie ist richtig, so richtig dass es beinahe wehtut. Richtig in allen ihren möglichen Aussagen, es ist einfach die Wahrheit.
Denn man muss schwer sein. Man hat keine Wahl. Wenn man fühlen will, wird man unweigerlich die Schwere fühlen. Man kann diese Schwere auch überwinden, jedoch fühlt man danach nichts mehr.
Ich fühle mich persönlich unendlich schwer. Und diese Schwere ist nicht alles, ich bin gesegnet mit einer Bürde, die nicht heilende Wunden reißt. Diese Bürde ist eine die ich nicht ablegen kann - mein Name. Ungeachtet meines mentalen Zustandes schwebt er leuchtend über mir, signalisiert "glücklich, glücklich, glücklich!". Dabei lacht er ohne Unterlass die böswilligste Lache des Universums.
Hinein in die Dunkelheit, in der ich leicht sein darf ....
gockel - 11. Dez, 20:26
Ich sitze hier alleine, in Selbstmitleid zerfließend. Ich denke wieder einmal nach. Ich denke eigentlich immer nach, andauernd und viel zu viel. Ich denke solange über alle möglichen Dinge nach, bis ich in einer Sackgasse angekommen bin. Dann drehe ich meine Gedanken herum und fange wieder von vorne an.
Meistens hat das mit Musik hören zu tun. Oft habe ich nach einer ausgiebigen MP3-Player-Session den Eindruck, dass die ganzen verdammten Songtexter mein Leben auswendig kennen und ihre Songs danach dichten. Doch ich komme zum Schluss dass es nur geniale Menschen mit viel wahrer Lebenserfahrung sein müssen.
Und dann schließe ich dir Tür, mache alle Lichter aus. Ich lausche den Gesängen der Nacht, die sich ungefähr so anhören ... und so fülle ich mein Glas mit Gin und trinke mich in ein schöneres Leben.
Danke an alle Künstler, die mich in ihren Werken mich selbst wiederfinden lassen...
gockel - 10. Nov, 22:34
"Let´s party, let´s party, let´s party!!! PARTYYYYYYYY NOW!
Oooooh my god, I am SO happy, I am so FREAKING happy ... This world is gonna be a better place now. He´s gonna save us. The messiah, our salvation: Obama."
So reden sie. Sie feiern die Nacht durch.
Wir reden auch so. Wir feiern mit.
Dieser Revolutionär wird selbstverständlich alles besser machen, denn diese gottverdammte Bush-Ära ist zu Ende!
Soviel zu unserer Wunschvorstellung. Alles Humbug. Ich zweifle nicht daran, dass Mr. Barack Hussein Obama seine Arbeit gut machen wird. Allerdings ist er auch nur ein Mensch. Er kann nicht mit einem Fingerschnippen alle US-Truppen um die ganze Welt verschwinden lassen und Frieden stiften. Er wird es nicht schaffen, die Finanzkrise ohne Kompromisse zu lösen und das gesamte CO2 aus der Atmosphäre verschwinden zu lassen.
Die Welt wird dieselbe bleiben. Für den Einzelnen wird sie genauso grau und kalt bleiben wie bisher. Denn er ist nur ein Politiker.
Doch er ist ein guter Politiker. Viele Kleinigkeiten, die uns unangenehm in Erinnerung bleiben werden, werden sich womöglich ändern. Also lasst uns feiern ...
The change has come.
gockel - 6. Nov, 21:34
An alle die es noch nicht wissen: Ich bin ein Spast.
Wort zum Sonntag?!
gockel - 20. Okt, 20:24
Zeit vergeht. Zeit vergeht zu schnell. Zeit vergeht zu langsam. Mal gibt es Momente, die andauern sollen. Doch sie sind allzuschnell vorbei. Manchmal wünscht man sich, die Zeit ginge vorbei, ohne Spuren zu hinterlassen. Doch sie schleppt sich quälend langsam durch ihr eigenes, unergründliches Kontinuum. Und währenddessen fügt sie schreckliche Wunden zu, die - jetz wären wir schon wieder dabei - allzu langsam verheilen und erinnernde Narben hinterlassen.
So geht es wohl allen Menschen, die nicht völlig blind sind. Doch was tun, wenn die Momente, in denen die Zeit zu schnell vergeht, eine vollkommen andere Ursache haben? Wenn sie nicht auf schönen Ereignissen aufbauen, die die Zeit wie im Fluge vergehen lassen, sondern darauf, dass man selbst etwas tun möchte, aber es einfach nicht schafft? Die Zeit läuft einem davon, jeden Tag könnte man sein Schicksal verändern, aber man ist kraftlos. Nein, man ist nicht kraftlos. Man macht sich selbst dazu. Man schaut tatenlos zu, wie das Leben an einem vorbeizieht. Das Leben in einer schrecklichen Symbiose mit der Zeit, in einer Verschwörung gegen die Menschheit. Und so schiebe ich die Schuld hin und her - von dem tatenlosen Ich, das nichts unternimmt, zur Zeit, die einem keinen Freiraum lässt, wieder zurück zu dem Ich. Wahrscheinlich ist es so auch richtig.
Allerdings muss mir jemand erklären, wieso ich es nicht schaffe, mich selbst in die Hand zu nehmen.
gockel - 17. Okt, 16:31
Was ist nur aus mir geworden?
Ich bin ein Sklave meiner selbst,
meiner Gedanken und Ideen,
verstricke mich selbst in Hoffnungen und Wünschen
von denen ich aber nie die schlechten Seiten seh'.
denn die Angst vor dem Aus, dem unaufhaltbaren Ende,
ließ es zu das ich mich wieder in Selbstzweifel verstrick',
ein Ende das ich kommen sah,
ließ mich erzittern - brach mir das Genick.
Was ist nur aus mir geworden?
Ich denke zurück, in den letzten 3 Jahren,
habe ich mehr erfahren als ich eigentlich wollte,
mehr Schmerz erlitten als ich eigentlich sollte,
und angefangen das Leben zu verfluchen.
Was ist nur aus mir geworden?
"Die Sonne scheint und das Leben ist schön."
sagst du und lächelst mich an,
dabei siehst du nicht wie sehr es mich trifft,
diese Ignoranz vor dem was wirklich Leben ist,
da ich merke das du wieder nicht begreifst.
Ich will etwas für dich sein,
am Ende bin ich nur ich selbst.
Am Ende.
Von Dusn, einer der wenigen Menschen, die die Augen geöffnet halten, während sie durch die Dunkelheit wandern.
gockel - 17. Okt, 16:25
Ich weiß nicht was sie haben. Als ich mit meinem gedünsteten Gemüse hineingekommen bin, haben sie verrückt gespielt. Zwei oder drei haben mich sogar gebissen!
Ach ... Goscinny, du Perle der Unterhaltung.
gockel - 14. Okt, 16:40